Der Zivildienst/Zivilschutz

Teilnehmer: Gregor Kramer (GK) und Kerim Mechti (KM), beide arbeiten beim Kreiskommando Thurgau. Die beiden Interviewten werden unter den Initialen namentlich im Text genannt, wobei Antworten auch gemeinsam beantwortet wurden/werden.

Der Zivildienst/Zivilschutz

Warum sollten Mittelschüler*innen den Militärdienst absolvieren? Warum nicht den Zivildienst?
GK:
Der gesetzliche Rahmen in der Schweiz lässt eine gewisse Entscheidungsfreiheit zu, damit ein AdA nicht das Militär, sondern den Zivildienst absolvieren kann. Doch ich bin fest überzeugt, dass eine Person den Weg richtig abwägen muss um beurteilen  zu können, was relevant ist und was nicht. Wichtig finde ich hier, dass man sich nicht auf Vorurteile stützt, sondern die Entscheidung  eigens trifft und so auch die Konsequenzen der Entscheidung tragen kann.
Meines Erachtens nach, wird ein Engagement für den Zivildienst oft aus der Emotion heraus getroffen, denn er ist einfacher zu absolvieren und für das Umfeld planbarer. Hiernach sollte der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen besser steuern, damit nicht jeder im Momentum seine Entscheidung trifft, sondern mehr abwägen muss.
KM: Mit dem Militär kann man seine Ausbildung oder Studium erleichtern, denn in einem Zwischenjahr ist dies eine sehr geeignete Lösung einen Fassadenwechsel anzugehen und in den Dienst zu gehen. Ganz wichtig ist, dass der Zivildienst viel länger geht als der Militärdienst!

Welche Empfehlung geben Sie Jugendlichen mit, welche sich unsicher sind, ob Sie den Zivil- oder Militärdienst bevorzugen?
Team:
Ausprobieren! Zukünftige AdAs sollten den Militärdienst ausprobieren und nur bei wirklich zwingenden Gründen in das Zivildienstmodell wechseln. Dabei ist es sehr relevant zu wissen, dass vom Zivildienst nicht einfach wieder in den Militärdienst zurück gewechselt werden kann! Somit Militär ausprobieren, denn der Wechsel in den Zivildienst ist immer möglich.

Welche Chancen sehen Sie für Mittelschüler*innen in einem Zivildienst, welche später eine Karriere im Sozialen oder der Bildung suchen?
Team:
Wichtig ist, der Zivilschutz kann nicht beeinflusst werden, denn jeder Ada muss zuerst an der Rekrutierung für Militärdiensttauglich erklärt werden.. Falls dies nicht der Fall ist, kann er  nicht in den zivilen Ersatzdienst, also den Zivildienst wechseln.
Weiter ist das Militär um einiges vielseitiger als der Zivildienst, denn die einzelnen Ausbildungsstätten in Altersheimen, Spitälern oder Schulen sind nie so breit gefächert wie die im Militär. Gerade im gesundheitlichen Bereich, können einzig und alleine im Militär lebensrettende Massnahmen trainiert werden, welche staatlich anerkannt sind. Auch kann im Zivildienst keine Kaderausbildung absolviert werden.
Als Kader lernt man auszubilden, dabei spielen die Methodik  und das Vermitteln von Werten eine große Rolle. Wie bei Lehrer*innen ist dies auch ein Prozess, welcher Geduld, Übung und eine gewisse Methodik verlangt. Gerade hier könnte es für FMS-Mittelschüler*innen speziell von Vorteil sein, mit zum Teil vereinzelten unmotivierten Personen Methoden zu erlernen, um mit diesen umgehen zu können.

Kerim Mechti
Gregor Kramer
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